Initiative des Monats: Bau dir Dein Lastenrad

„Im Prinzip ist es ganz einfach“, beschreibt Christophe den Lastenradbau. „Man benötigt einen Rahmen. Die Rahmen werden anschließend bearbeitet, Teile abgeschnitten und anschließend mit Metallteilen (sog. Halbzeugen) zusammengeschweißt. So viel zum Prinzip. In der Umsetzung ist ein Eigenbau ein bisschen komplizierter, aber mit Experten-Unterstützung selbst für Laien gut machbar.“ Die Idee ist ganz simpel: Für einen geringfügigen Selbstkostenanteil kann hier jeder sein eigenes Lastenrad bauen. Material, Werkzeug und fachmännische Beratung ist inklusive.

Die ökologische Alternative zum Auto

In der Werkstatt am Treptower Park ist alles mit dabei, was man für das erfolgreiche Bauen benötigt. Ein Schweißgerät, Metallsäge, Flex etc. befinden sich in einem voll ausgestatteten Container. Vor Ort gibt es auch einige schöne Fahrradrahmen, aus denen man einen passenden aussuchen kann oder man bringt einen eigenen mit. Weil ein normales Lastenrad keine Energie braucht, es zu weiten Teilen aus wiederverwertbarem Stahl gebaut ist und damit Lasten transportiert werden können, ergibt sich daraus eine sehr gute Öko-Bilanz.

Anfang 20. Jahrhundert- Lastenräder weit verbreitet

Lastenräder sind keine Erscheinung aus der Neuzeit. „Leute basteln und bauen in ihrer Werkstatt und entwickeln so das Lastenrad weiter. In den 1910er und 20er Jahren hatten sie ihren Höhepunkt. Es gab eine flächendeckende Verbreitung von Lastenrädern in Berlin z. B. in Fabriken zur Auslieferung von Materialien oder zum Transport von Lebensmitteln wie beispielsweise Milch.“ erklärt Christophe leidenschaftlich, „Darauf folgte der Long André, dass ist der Fahrradtyp, den wir am meisten bauen.“ Für den Bau gibt es ein spezielles Wiki im Internet [www.werkstatt-lastenrad.de], dort werden ganz unterschiedliche Typen von Lastenrädern zum Nachbau angeboten. Das Hinterlader Dreirad, das Long Tal Rad oder das Benner Bike ­ eine Eigenkreation, die sich dadurch auszeichnet exakt vier Bierkästen transportieren zu können.

Baurunden meistens im Sommer und frequentiert

Um ein eigenes Lastenrad zu bauen bedarf es nicht viel. „Die Konditionen sind ganz einfach: Man meldet sich mit einer Projektidee - und bespricht den Bau im Team. 400 € Aufwandsentschädigung müssen erbracht werden und der Bau kann losgehen.“ Prinzipiell sollen drei Monate für einen solchen Bau ausreichen, allerdings ist er mit etwas Zeitaufwand verbunden. „Das wird oft unterschätzt.“ Zum Beispiel braucht man sehr viel Zeit für die Anpassung der Lenkung. Das Projekt wird hauptsächlich über ehrenamtliche Arbeitszeit gestemmt und existiert vor Allem in der warmen Hälfte des Jahres, weil viel Draußen gearbeitet wird. „Wer sich dennoch an den Bau eines eigenen Lastenrads macht und es durchzieht, verlässt unsere Werkstatt immer sehr gut gelaunt.“

 

Das Berliner Lastenrad Netzwerk (BLN) http://www.werkstatt-lastenrad.de/index.php?title=Berliner_Lastenrad-Netzwerk