Zero Waste News: 5 Jahre Foodsharing

5 JAHRE foodsharing

Die Plattform foodsharing.de (2012 gegründet) vernetzt täglich Akteure Deutschlandweit, in der Schweiz und in Österreich: Engagierte Ehrenamtliche retten Lebensmittel vor der Tonne, welche anschließend über die Plattform foodsharing.de, an gemeinnützigen Organisation, Nachbarschaften und Fair-Teiler (öffentlich zugängliche Regale und Kühlschränke) verschenkt werden. Das oberste Ziel von foodsharing ist, noch genießbare Lebensmittel zu teilen, anstatt sie weg zu werfen.

Am 12.Dezember 2017 feierte foodsharing ihr 5 jaähirges Jubiläum in den Wilmersdorfer Arcaden. Anlässlich der „Feier“ wurde eine Mauer der Ignoranz in der Einkaufsmeile errichtet, bestehend aus meterhohen Kisten geretteter Lebensmittel. Alle Lebensmittel wurden nach und nach an die Passanten verteilt – foodsharing ganz praktisch, vor Ort und für alle.
Aber wofür steht diese Mauer sonst noch? Sie repräsentiert die enormen Hindernisse, die einem Ende der gewaltigen Lebensmittelverschwendung noch immer entgegenstehen. Pro Jahr entstehen in Deutschland etwa 18 Millionen[1] Tonnen Lebensmittelabfall. Seit 2012 bis heute hat foodsharing insgesamt 12 Millionen Tonnen Lebensmittel vor der Tonne gerettet. Und auch wenn foodsharing an diesem Tage die Mauer in den Wilmersdorfer Arcaden symbolisch einreißt, bleibt klar: Über die Aktivitäten der Initiative hinaus muss auch die Politik weiterhin und vor allem stärker eingreifen, um die Hürden im Kampf gegen den Wegwerfwahn aus dem Weg zu räumen. Dabei geht es zum Beispiel um die Macht großer Handelsketten, globale Lieferketten und aufgeklärte Verbraucher. 2015 hat die UN ein Ziel verfasst: Lebensmittelverschwendung bis 2030 zu halbieren (Sustainable Development Goal 12.3). Um dieses Ziel zu erreichen, muss noch viel erledigen werden, z.B. ein WEGWERFSTOPP beim Handeln.

Georg Kaiser, Geschäftsführer der BIO COMPANY, erklärt die Vorteile für seine Firma und Filiale bei foodsharing mitzumachen: kostbarer Nahrungs-Ressourcen zu retten, und der willkommene Nebeneffekte, Einsparungen bei der Biotonne. Stefan Kreutzberger von foodsharing beklagt, dass einige Behörden der Initiative unnötig Steine in den Weg legen. Fair-Teiler in einigen Berliner Bezirken wurden bereits geschlossen, aus hygienischen Gründen. Dabei erfolgt die Nutzung der essenspendenden Alt-Kühlschränke auf eigenes Risiko. Als ehrenamtlich getragene Initiative muss sollte foodsharing nicht die gleichen Anforderungen erfüllen müssen wie ein Supermarkt.

Ein weiteres wichtiges Thema war das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD). So werden viele Produkte mit Ablauf des MHD´s einfach weggeschmissen. Dabei wäre dies oft gar nicht nötig. Der Ablauf sagt nämlich nichts über die Genießbarkeit eines Lebensmittels oder gar gesundheitliche Bedenken infolge des Verzehrs aus. Es geht dabei lediglich um vom Hersteller festgelegte Qualitätsstandards. Zum Beispiel dass sich die Molke noch nicht vom Joghurt absetzt. – Die Lösung in diesem Fall: Einmal umrühren fertig!

Natürlich wurden auch viele spannende Flyer verteilt, beispielsweise - Anpacken statt Abwarten -. Er besteht aus fünf Kernforderungen an die Regierung und fünf gute Vorsätze, dass jede jetzt einsetzen kann, ohne für die Bundesregierungsaktion zu warten (PDF Link). Bemerkenswert, lustig und ziemlich keck, war auch die Awarness-Kampagne von PINK CARROTS. Hier sind die Poster zu sehen (http://pinkcarrotshealth.com/content/6-blog/55-don-t-let-good-food-go-bad-foodsharing-e-v-und-pink-carrots-rufen-zur-rettung-von-lebensmitteln-auf/pm_pink-carrots-entwickelt-neue-awareness-kampagne_final.pdf).

 

https://foodsharing.de/?page=blog&sub=read&id=229

http://www.duh.de/foodsharing/

https://www.biocompany.de/neuigkeiten/gemeinsam-gegen-lebensmittelverschwendung.html

 



[1] Pressemitteilung von FOODSHARING : https://foodsharing.de/?page=blog&sub=read&id=229