Zero Waste Blog: Mach mit und lass die Plastikmüll-Kilos purzeln

Ab heute heißt es: „Plastikfasten“! Der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.) ruft auch in diesem Jahr wieder dazu auf die Fastenzeit (vom 17.02. bis 03.04.) zu nutzen, um unseren Alltag (möglichst) plastikfrei zu bestreiten. Tagein tagaus sind Produkte und Verpackungen aus Kunststoff unser allgegenwärtiger Begleiter: Sie türmen sich unter anderem in Badezimmern und Kühlschränken. Sie quellen aus Mülltonnen und landen leider auch häufig in der freien Natur. Von Tieren gefressen oder über chemische Prozesse aus Lebensmittelverpackungen gelangen Kunststoffe in unseren Nahrungskreislauf und schließlich in unseren Körper. Problematisch ist vor allem Einweg-Plastik. Nur einmal und meistens sogar nur kurz genutzt, landen z.B. Tüten oder To-go-Geschirr bereits kurze Zeit nach dem Kauf im Abfall. In der Restmülltonne oder im „Straßen-Papierkorb“ entsorgt, werden diese verbrannt. Damit sind die wertvollen Rohstoffe für immer verloren. Werden Kunststoffprodukte und -verpackungen richtig in der gelben oder orangenen Wertstofftonne entsorgt, können diese recycelt werden. Allerdings erfordern diese Prozesse nennenswerte Mengen an Energie und Rohstoffen. Zudem ist die Recyclingfähigkeit von Einweg-Plastikprodukten und -verpackungen begrenzt.

Einen Ausweg aus dem Dilemma bieten viele tolle Mehrweglösungen: Die Produkte und Verpackungen können mehrmals wiederverwendet werden, z.B. können Mehrwegglasflaschen bis zu 50 Mal mit Getränken wiederbefüllt werden. So können Treibhausgasemissionen und Ressourcen, die bei der Verpackungsherstellung anfallen, eingespart werden. Regionale Mehrwegsysteme mit kurzen Transportwegen sind besonders gut  für die Umwelt und das Klima.

Mach auch Du beim „Plastikfasten“ mit und reduziere deinen Plastikabfall. Leiste einen wichtigen ökologischen Beitrag! Oftmals reichen schon kleinste Veränderungen im Alltag, wie der Griff zum Joghurt im Mehrwegglas im Supermarktregal. Dennoch ist die eine oder andere alltägliche Gewohnheit fester verankert und nur schwer zu ändern. Da kann das Festhalten an plastikfreien Zielen mal schnell aus dem Blick geraten. Vor allem wenn sich der eigene Schweinehund zu Wort meldet. Die Fastenzeit dauert zwar nicht ewig, aber sieben Wochen sind auch nicht gerade wenig. Trotzdem müssen die Hürden des „Plastikfastens“ für Dich nicht zur Stolperfalle werden! Mit unseren Tipps und Tricks bist Du gut aufgestellt um plastik- und frustfrei durch die Wochen zu kommen:

1) Step by step! Mit vielen kleinen Schritten beschreitest Du Deinen plastikfreien Weg. Setze Dir einzelne „Plastikfasten“-Zwischenziele. Beginne dann mit einem Plastikverzicht pro Woche, z.B. keine Getränke in Einweg-Kunststoffverpackungen kaufen. Am besten wählst Du ein Alltagsprodukt, bei dem es Dir besonders leicht fällt eine Nicht-Kunststoff-Mehrweg-Alternative zu wählen. In der darauffolgenden Woche steigerst Du deinen Plastikverzicht um ein weiteres Produkt, z.B. keine Lebensmittel in Kunststoffverpackungen kaufen. So steigerst Du Dich Woche für Woche und lässt nach und nach Deine Plastikabfallberge schrumpfen.

 

2) Thats’s the plan! Überlege Dir konkret, wann und wie Du Deine plastikfreien Zwischenziele erreichen möchtest. Notiere die Reihenfolge Deiner Plastikverzicht-Schritte in einer Liste oder direkt in Deinem Kalender. So behältst Du den Überblick und vergisst auch nichts. Zudem kann für den Zeitraum eine gezielte Vorbereitung hilfreich sein. Was ist konkret nötig, um den geplanten Plastikverzicht (z.B. Plastiktüten) in Deinen Alltag zu integrieren? Welche Situationen sind davon betroffen? Überlege Dir, wann und wo Du an was denken solltest. Beispielsweise könntest Du jeweils in Deinen Taschen und Rucksäcken einen Jutebeutel deponieren, um auch im Falle von Spontaneinkäufen vorbereitet zu sein. Wo und wie Du bei Dir im Kiez möglichst bequem (plastik-)abfallvermeidend konsumieren kannst, erfährst Du auf unserer interaktiven Stadtkarte: www.remap-berlin.de.

 

3) Erfolge feiern! Damit die Plastikpfunde purzeln, sind oftmals nur kleine Veränderungen im Alltag notwendig. Aber auch diese erfordern etwas Zeit und Fleiß. Für das Umorganisieren und Ausprobieren solltest Du Dich deshalb regelmäßig belohnen! Schon wieder eine plastikärmere Woche gemeistert? Den Plastikverlockungen im Supermarkt erfolgreich widerstanden? In keine Bequemlichkeitsfalle getappt? Das solltest Du feiern! Mit Plastikalternativen zum Wiederverwenden (z.B. Mehrwegglasflaschen) schrumpfen sogar nicht nur Deine (Plastik-)Müllberge, sondern Du sparst auch Geld. Also, gönn Dir etwas, z.B. ein Stück Kuchen von deiner Lieblingskonditorei oder ein neues Hörbuch.

 

4) Light your fire! Was ist Dein ganz persönlicher Antrieb zum „Plastikfasten“? Was motiviert Dich am meisten? Plastikfreie Meere und Strände? Weniger Vermüllung in der Stadt? Deine Kinder oder Enkelkinder? Suche ein möglichst passendes Foto dazu aus, was Dein Anti-Plastik-Feuer entfacht und häng es in Deiner Wohnung gut sichtbar auf. Sollte Dir während der Fastenzeit mal der Schwung abhandenkommen, dann entfacht das Bild wieder die nötige Antriebskraft.

 

5) Hand in Hand! Begeistere Dein Umfeld, beispielsweise Deine Wohngemeinschaft oder Freunde, mit Dir gemeinsam auf Plastik zu verzichten. So könnt ihr zusammen neue Dinge ausprobieren und neue gemeinsame Hobbys entdecken. Stöbert bei Euch im Kiez einen Unverpackt-Laden auf oder testet zusammen Kosmetik-Rezepte zum Selbermachen. Ganz im Sinne: Geteilte Freude ist doppelte Freude, gilt dies auch für schrumpfende (Plastik-)Müllberge.

 

6) Übung macht den Meister! Rückschläge können jedem Mal passieren und müssen kein Grund sein die Flinte ins Korn zu werfen. Aber aus einer solche Situation lässt sich für die verbleibenden Fastenwochen viel lernen: Überlege nochmal genau, wieso Dein plastikfreier Vorsatz an dem Tag oder in der Woche nicht funktioniert hat. Wie kannst Du Dich für derartige Situationen in der Zukunft besser wappnen? Hat beispielsweise etwas gefehlt? Warst Du unter Zeitdruck oder ist Dir spontan etwas dazwischengekommen? Frei nach dem Motto „learning by doing“ gestaltest Du so Deinen plastikfreien Alltag.

 

7) No plastic - it’s fantastic! Mit dem „Tschüss Plastik“ Projekt wollen wir gemeinsam die Plastikflut stoppen. Während der Fastenzeit kannst Du Dich von den Abfallbotschafter*innen inspirieren lassen: Mit praktischen Tipps und kreativen Ideen, wie Du dem Plastikwahn im Einkaufskorb entkommst und die Wegwerfgesellschaft hinter Dir lässt. Erkunde den plastikfreien Alltag unserer Botschafter*innen und erfahre in ihren Logbucheinträgen, wie es ihnen dabei ergeht. All das und noch viel mehr findest Du auf unserem Zero-Waste Instagram-Kanal hier: https://www.instagram.com/zerowaste_fuerberlin/.

 

Julia Ambrosy