Zero Waste Tipp: Bioabfälle umweltfreundlich entsorgen

Um Umwelt und Klima Gutes zu tun, gibt es für biologische Abfälle zwei zentrale Möglichkeiten der Entsorgung: die Biomülltonne und den Kompost. Was die Unterschiede sind und warum es auch für „Kompostierer“ ökologisch sinnvoll ist zusätzlich die Biotonne zu nutzen, möchte ich im Folgenden erklären. 

Der Kompost ist vielen geläufig. Hier können grundsätzlich alle biologischen Abfälle entsorgt werden. Fleisch und Gekochtes kann aber Ungeziefer anlocken, daher wird davon abgeraten dies zu kompostieren. Auch bei Zitrusfrüchten kann es zu Problemen kommen, so dass sich die Schalen nicht gut genug und vollständig zu Erde zersetzen. Für die Biomülltonne hingegen sind Fleisch, Gekochtes, Zitrusfrüchte, Brot, aber auch z.B. Saucen und Breis aller Art kein Problem. In Großanlagen unter idealen Luft-, Feuchte- und Temperaturbedingungen zersetzen sich alle Biobestandteile nochmal deutlich besser als auf dem Gartenkompost. Und mit geschlossenem Tonnendeckel sieht es auch für Ratten und Co. schlecht aus.1 

Aber was passiert mit dem Biomüll eigentlich? Und wo ist da der Unterschied zwischen Kompost und Biotonne? Im heimischen Kompost zersetzen Bakterien die Bio- und Gartenabfälle mit Hilfe von Sauerstoff. Das nennt man aerob. Damit immer gut Luft an die Bioabfälle kommt, ist es wichtig, den Kompost regelmäßig umzusetzen. Das gilt auch für große industrielle Kompostanlagen. Hier landen auch alle gut abbaubaren Abfälle aus der Biotonne. Wird der Kompost nicht richtig umgesetzt, kann nicht ausreichend Luft an einen Großteil des Biomülls gelangen. Die Folge: Andere Bakterien kommen zum Zuge. Sie verarbeiten „anaerob“ (also ohne Sauerstoff) die Bioabfälle zu Methan. Im offenen Kompost entweicht das Methan – und heizt das Klima weiter an: Über 20 Mal so klimaschädlich wie CO2 ist das Biogas, wenn es in die Atmosphäre gelangt. Wie es klimafreundlicher geht, zeigt die BSR mit ihrer modernen Biogasanlage in Ruhleben: Hier landet ein Großteil der in Berlin über die braunen Tonnen gesammelten Abfälle: Besagte anaerob arbeitende Bakterien kommen hier gezielt zum Einsatz. Das entstehende Biogas wird aufgefangen und ersetzt fossile Energieträger. In Berlin zum Beispiel dient das Gas als Treibstoffersatz für einen Teil der BSR-Fahrzeuge. Zusätzlich bleibt bei der Biogasproduktion ein Gärrest zurück – ein fest-flüssiges Gemisch, das relativ stark mit Stickstoff angereichert ist. Dieses wird am Ende als Dünger oder wertvoller Humus weiterverwendet. Die Biomülltonne ist also ein kleiner Alleskönner!  

Seit April 2019 hat nun auch in jeder das Recht auf seine eigene Biotonne. Weil gerade Lebensmittelreste wie Gekochtes, Fleisch und Zitrusfrüchte gutes „Futter“ für die Bakterien in der Biogasanlage sind, lohnt sich die Nutzung der Tonne für alle Berliner*innen und die Umwelt auf jeden Fall! Wer seine Bioabfälle dagegen über den Restmüll oder gar die Toilette entsorgt, tut der Umwelt keinen Gefallen. Am besten für die Umwelt bleibt es aber nach wie vor, möglichst kein Essen wegzuwerfen. 

Besonders günstig gibt es die Biotonne für Eigenheimbesitzer, wenn sie zusammen mit dem Nachbarn bestellt wird.2 Für eine kostenfreie Biotonne für jede*n Berliner*in setzt sich der BUND ein. 3 Wer trotz Tonnenpflicht immer noch seine Biotonne vermisst, kann dies beim BUND melden: Gemeinsam mit der BSR kümmern wir uns darum, dass allem Haushalte ihre Bioabfälle möglichst umweltschonen entsorgen können. Mehr unter: https://www.bund-berlin.de/mitmachen/aktion-biotonne-fuer-alle/Was noch zu beachten ist: Die häufig angepriesenen (vermeintlich) biologisch abbaubaren Bioplastiktüten gehören nicht in die Biotonne. In vielen Kompostierungsanlagen reicht die Zeit nicht aus, um diese zu zersetzen.4 Die Fetzen dieser Tüten landen dann mit dem Gärrest als Dünger oder Komposterde wieder auf Feldern und in den Gärten… Prima eignet sich hingen ein Stück Zeitungspapier zum Einwickeln. Das kann dann auch mit in der Biotonne entsorgt werden. Wer Papier spart und seine Zeitung virtuell liest, kann auch (unbeschichtete) Papiertüten verwenden. Gerade im Hochsommer kann sich beim Öffnen der Biotonne ein unangenehmer Geruch entwickeln. Mit (Zeitungs-)Papier kann ich Abhilfe schaffen: Es nimmt Flüssigkeit und Geruch auf, ist also auch ein gutes Mittel gegen unangenehme „Düfte“. Wer es trotzdem gar nicht aushält, kann die Tonne mit ein wenig Essig einsprühen, auch das hilft (Übrigens: in der Restmülltonne riecht der Bioabfall genau so , also keine Angst vor der Biotonne!). 

Insgesamt kann die Biotonne also viel mehr als viele Berliner*innen wissen, zu viel Biomüll landet immer noch im Restmüll. Und zu guter Letzt: Auch hier ist der beste Müll der, der gar nicht erst entsteht. Also kein Essen wegwerfen und mit Maß Einkaufen schützt Geldbeutel und Umwelt. 

Mehr Informationen zu den Vorteilen der getrennten Bioabfallsammlung in Berlin findet Ihr unter: https://www.bsr.de/bioabfall-20009.php