Zero Waste Tipp: Vermüllung öffentlicher Parks & was wir dagegen tun können

 

 

Vermüllung öffentlicher Parks & was wir dagegen tun können 

 

 

Mit den ersten warmen Tagen und viel Sonnenschein lassen wir uns trotz Corona die Laune nicht verderben. Viele Menschen in Berlin spazieren, flanieren oder joggen durch die Parks und Grünanlagen von Berlin – meist werden die geltenden Abstands- und Hygieneregeln dabei eingehalten. Sind wir hier doch sehr vorbildlich und diszipliniert, scheint das Thema Vermüllung öffentlicher Plätze doch verwunderlich und nicht zuletzt ärgerlich. Warum können wir hier nicht ähnlich diszipliniert sein?  

Ein allen Berliner*innen vertrautes Bild sind wohl am Straßenrand abgestellte Möbel, Reste von Essensverpackungen, To-Go Becher und Grillutensilien im Park sowie Scherben und Zigarettenstummel verstreut auf der Straße.  

Eine Langzeitstudie der Humboldt-Universität Berlin aus dem Jahr 2018 belegt, dass nicht primär fehlende Mülleimer, sondern Bequemlichkeit, Faulheit und fehlende Erziehung Gründe für „Littering“ sind. Dabei sind junge Erwachsene im Alter von 18-30 Jahren am häufigsten die Verursacher*innen für Müll durch unnötige Take-Away-Verpackungen, für liegen gelassenen Hundekot sind es dagegen eher die Bevölkerungsgruppe der über 50-jährigeni.  

War es im Jahr 2005 noch Hundekot, der am störendsten im öffentlichen Raum empfunden wurde, hat sich die Wahrnehmung der Vermüllung hin zu To-Go Bechern, Take-Away-Verpackungen und Zigarettenstummel verschobenWarum Zigarettenstummel nicht nur unschön, sondern auch gefährlich für Mensch und Umwelt sinderfahrt Ihr hier:https://www.remap-berlin.de/blog/zero-waste-blog/113  

 

Laut der Abfallbilanz des Landes Berlin 2017 wurden im Jahr 2016 mehr als 3.000 Tonnen . Über die Menge an Müll in den Berliner Parks und Grünanlagen werden leider keine Statistiken geführt – die Beseitigung kostet die Stadt Berlin jedoch pro Jahr mehrere Millionen Euroiigrößtenteils iiivorrangig auf den Straßen. Die Ordnungsämter der Bezirke beauftragen die BSR regelmäßig, um illegalen Sperrmüll zu beseitigen – jährlich fast 30.000 Kubikmeter - im Bezirk Neukölln waren es alleine 10.000 Kubikmeter und rund 12.000 Meldungen über illegale Entsorgungen im Jahr 2018ivgev. Verursacher*innen können jedoch nur selten gefasst werden.  

 

Was unternimmt die Stadt Berlin dagegen?  

Der Berliner Senat hat im November 2019 beschlossen, Berlin als „Zero Waste City“ mit einem Fokus auf Abfallvermeidung zu transformierenvi. Diese Strategie stößt aber auch durchaus auf Kritik. Der BUND Berlin kritisiert, dass die Ziele nicht ambitioniert und verbindlich genug sind und die BSR nicht auf eine ökologische Arbeitsweise umgestellt wirdvii.  

Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg hat nach Beratung mit dem BUND Berlin, Circular Berlin und der GRÜNEN LIGA Berlin ein Zero-Waste Konzept für den öffentlichen Raum entwickelt. In diesem Rahmen sind u.a. feste Grillstationen in Parks, ein Reallabor für Zero Waste und eine Bibliothek der Dinge geplantviii - es geht also viel um die Vermeidung von Abfall.  

5 TippsWas kann ich gegen die Vermüllung öffentlicher Räume tun?   

1.)  Zero Waste heißt Abfall vermeiden!  

Das Problem mit dem Abfall entsteht bereits beim Kauf von Gütern. Hier sollte auf möglichst wenig Verpackung geachtet werden! Es gibt viele gute Praktiken, um dies zu berücksichtigen, z.B. seine eigene Dose für Take-Away mitzubringen aber auch Möbel so lange wie möglich zu verwenden und ggf. auf zahlreichen Second Hand Portalen zu verkaufen. Auf der ReMapix sind viele Möglichkeiten verzeichnet, in Berlin abfallarm zu konsumieren. 

 2.)  Keinen Müll hinterlassen! 

Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass nach einem Picknick oder Grillen im Park alle mitgebrachten und entstandenen Abfälle auch selbst entsorgt und im Zweifel auch mit nach Hause genommen werden! Gerade an den Wochenenden können einige Mülleimer in den Parks und Grünanlagen schnell überfüllt sein.  

3.)  Müll beim Ordnungsamt melden  

Illegale Müllablagerungen können beim Ordnungsamt Berlin gemeldet werden. Dies ist über die Homepage aber auch über die App „Ordnungsamt-online“ möglich, die es erlaubt, den genauen Standort per GPS sowie Fotos der Müllablagerungen hochzuladen. Es gibt außerdem die Funktion zu sehen, wo bereits eine Meldung erfolgt ist, um Doppelungen zu vermeiden.  

4.)  Sperrmüll fachgerecht entsorgen! 

Private Haushalte können bis zu 2m3 Sperrmüll bei den 15 Berliner Recyclinghöfen kostenfrei abgeben. Alternativ kommt die BSR auch zur Abholung von haushaltsüblichem Sperrmüll – dies kostet allerdings, z.B. für 5m³ 100 Euro. Eine Übersicht über die Tarife bietet die BSR hier an.  

Durch dieCorona-bedingten Kontaktbeschränkungen sind die Öffnungszeiten der Recyclinghöfe verkürzt und Abholungen von Sperrmüll werden derzeit ausgesetzt – wartet also lieber mit der großen Renovierung falls möglich! 

 5.)  „Plogging“ – Selbst Müll aufsammeln und sich an Aktionen beteiligen  

Plogging ist eine Wortneuschöpfung aus den Begriffen Jogging und „Plocka upp“, was im Schwedischen für Aufsammeln stehtxi. Beim Plogging geht ihr also nicht nur im Park locker joggen, sondern sammelt auch noch Müll auf, der auf der Strecke liegt – am besten natürlich mit Handschuhen und einem Müllsack dabei. Es wurden im letzten Jahr bereits mehrere Plogging-Gruppen und Aktionen in Berlin durchgeführt. Aber gerade in Corona-Zeiten ist Plogging auch eine Aktivität, die allein im Grünen stattfinden kann. Eine ideale Kombi also, um ein gesundes Hobby mit umweltfreundlichem Verhalten zu verbinden!