Zero Waste Tipp: Glas ist nicht gleich Glas 

Und wo kommt eigentlich welches Glas hinein? 
 
Wir alle kennen sie, die Glastonnen, Glascontainer und Glasiglus für Buntglas,Weißglas, Grünglas und Braunglas. Aber, was ist was und was kommt in welchen Behälter?
Egal ob Tonne, Container oder Iglu - hinein gehört hier immer nur Verpackungsglas: Dabei geht es z. B. um Einwegflaschen (Wein, Sekt, Essig, Öl etc.), Marmeladen- oder Gemüsegläsern u.ä. oder Parfümflaschen.

NICHT hinein gehören dagegen Vasen, Kristall-, Trinkgläser etc. , Spiegel, Glühlampen, Fensterglas ,oder gar Pfand-Mehrwegflaschen. Trinkgläser, klassische Glühbirnen und kleinere Glasstücke kommen in den Restmüll. Für Spiegel, Fensterscheiben, Energiesparlampen und LED’s etc., gibt es Abgabestellen am Wertstoffhof. (Leuchtmittel können außerdem an Sammelstellen im Handel abgegeben werden. Mehr unter: www.lichtzeichen.de)

Glas-Recycling, die Urform der modernen Kreislaufwirtschaft

Die Herstellung neuer Glasverpackungen aus Altglas spart Rohstoffe (z. B.Quarzsand, den Hauptbestandteil von Glas) und es spart Energie, weil das Schmelzen von recyceltem Glas geringere Temperaturen erfordert als die Glasherstellung aus Quarzsand. Bei sortenreiner Trennung kann Altglas unendlich oft eingeschmolzen werden.

Egal ob über Tonnen auf dem Grundstück oder über Iglus/Container auf der Straße: Mit der richtigen Altglastrennung kann ich also nicht nur Energie sparen, sondern auch Rohstoffe! 

Der Abtransport und die Verwertung von Altglas sind für alle Verbraucher*innenkostenfrei, da die Entsorgungskosten für das Glas schon im Supermarkt in das Produkt eingepreist sind. Somit wird wie bei anderen Verpackungen die Entsorgung bereits beim Einkauf mit bezahlt.2

Noch mehr Trenntipps rund ums Glas

Das eingesammelte Altglas wird in Sortieranlagen, händisch und maschinell, auf Farben und evtl. Fremdstoffe (Etiketten, Verschlüsse, Deckel) geprüft, d. h. es ist nicht notwendig, dass Deckel und Verschlüsse vorher entfernt werden. Wer besonders sicher gehen möchte, dass auch diese Materialien wieder bestmöglich recyclet werden können, sollte sie in der Wertstofftonne  oder dem Gelben Sack entsorgen. Gehen Deckel oder Sprühköpfe aus Plastik oder Metall wie z.B. bei vielen Parfümflacons nicht ab, dürfen sie auch mit dem Fläschchen in den Altglasbehälter. Sie werden per Magnet aussortiert oder verbrennen einfach während des Recyclingprozesses. Gleiches passiert mit geringen Flüssigkeits- oder Essensresten. Deshalb ist es nicht notwendig, das Altglas vor dem Wurf in Tonne oder Iglu auszuwaschen. Das wäre unnötige Wasserverschwendung.

Je besser wir vorsortieren, desto besser ist die Qualität der Altglas-Scherben, die dann der Rohstoff für die neue Glasverpackung sind.

Damit möglichst alle Bürger*innen beim Altglassammeln Gutes für Klima undUmwelt tun können, setzt sich der BUND Berlin für den Erhalt des bewährten Berliner Sammelsystems ein. Mehr dazu auf: www.meine-altglastonne.de

Wer keine Tonne für Altglas (mehr) im Hof hat, findet sein nächstgelegenes “Iglu” hier: https://www.berlin-recycling.de/service/standorte-glasiglus 

“Gläserne” Farbenlehre

- Weißglas bitte unbedingt „sortenrein“ weiß trennen, um ungewollte Verfärbungen beim Recycling zu vermeiden. So entsteht dann auch eine neue klare Glasflasche. 
- Braunglas in die entsprechende Tonne oder, wenn nicht vorhanden, ins sog.Buntglas  
- Grünglas z. B. Weinflaschen in die entsprechende Tonne oder, wenn nicht vorhanden, ins Buntglas  
- Andersfarbiges Glas, z. B. blau, rot, schwarz gehören in die GRÜNGLASTONNE oder in die Tonne fürs Buntglas, da die Grünglastonne und Buntglastonne den größten Anteil an Fremdfarben aufnehmen kann, ohne den Recyclingprozess zustören.3

Fehlwürfe sollten unbedingt vermieden werden, geringe Mengen andersfarbiger Glasverpackungen oder gar andere Materialien wie Keramik, Porzellan oder Flachglas, können die Weiterverarbeitung erschweren, das Recyclingmaterial Altglas verunreinigen und die Kosten für das Recycling erhöhen. 

Mythos und Irrglaube

Glastrennung - alles Blödsinn, kommt doch eh alles wieder zusammen? 
Falsch! Die Fahrzeuge, die die Iglus und Tonnen leeren, verfügen über mehrere,voneinander getrennte Kammern, d.h. die Behälter werden exakt in die dafür vorgesehene Kammer entleert und wieder zurückgestellt. Wenn das Fahrzeugauf dem Recyclinghof dann diese Kammern entleert, geschieht das nacheinander, indem im Fahrzeug die Trennwand zwischen den Kammern geöffnet wird und so jede Sorte getrennt von den anderen aus dem Fahrzeug in die Anlagen verbracht werden.