Zero Waste Blog: Die Ungunst der Stunde nutzen

Corona zeigt: Menschen und ganze Gesellschaften sind in der Lage, schnell ihr Verhalten zu ändern. Es wäre zwar zynisch, die herrschende Pandemie als willkommenen Treiber für nachhaltiges und ressourcenschonendes Wirtschaften abzufeiern. Aber wir können die Situation nutzen, um unseren Konsum bewusst wahrzunehmen und neue Verhaltensweisen auszuprobieren. Immer mit dem Ziel, es nach Ende der Krise besser zu machen als vorher.

Komisch, habe ich nicht erst vorgestern den Verpackungsmüll runtergebracht? Und wieso ist die gelbe Tonne im Hof eigentlich schon wieder voll? Seit wegen des Coronavirus viele Erwachsene im Home-Office arbeiten, die Kinder nicht in die Kita oder in die Schule gehen, seit die Cafés und Restaurants geschlossen haben, machen viele Menschen die Erfahrung: Man produziert im Alltag viel mehr Müll, als man eigentlich dachte!

Klar – statt in der Mittagspause in der Mensa, der Kantine oder kurz beim Imbiss an der Ecke zu essen, statt abends in ein schönes Restaurant zu gehen, bereitet man in Zeiten von Corona-Quarantäne alle Mahlzeiten zuhause selbst zu und auf einmal wird der Müll sichtbar, den man durch die Nahrungsaufnahme produziert. Denn dessen Entsorgung wurde bisher diskret vom Restaurant, dem Imbiss oder von der Kantine übernommen.

Was kann man also tun, um beim selber Kochen und Backen nicht mehr, sondern weniger Abfall zu produzieren? Wir haben für euch ein paar Tipps zusammengestellt, wie ihr in Quarantäne (und danach) Müll vermeiden könnt:

  1. Ihr habt Euch von der Verunsicherung anstecken lassen und Lebensmittel gehamstert? Dann sorgt jetzt dafür, eure Vorräte aufzubrauchen, und kauft beim nächsten Mal nur das, was ihr braucht. Das Horten von Lebensmitteln führt dazu, dass vieles verdirbt und im Müll landet, und es trägt dazu bei, dass andere leer ausgehen – was wiederum Hamsterkäufe auslöst.

  2. Wie wäre es, die durch die Quarantäne gewonnene Zeit zu nutzen, um auf unverpacktes Einkaufen umzustellen? Mittlerweile gibt es in vielen Städten Unverpackt-Läden und einige Bio-Läden und -Supermärkte, die Teile ihres Sortiments unverpackt anbieten.1 Erst ein paar Wochen alt ist in Kreuzberg 61 die zweite Filiale des Branchenpioniers Original Unverpackt.2 Allerdings bedarf das unverpackte Einkaufen einiger logistischer Planungen – Planungen, die man genau jetzt anstellen kann!

  3. Oder hast du gar nicht mehr freie Zeit durch die Quarantäne, sondern bist total gestresst, weil du Kinderbetreuung, Home-Office und Haushalt auf einmal gleichzeitig jonglieren musst? Dann ist jetzt der Zeitpunkt, um über eine Gemüse-Abokiste nachzudenken. Zwar können einige der Anbieter*innen von Gemüsekisten wegen des Ansturms momentan keine Neukund*innen mehr aufnehmen, aber wie wäre es mit einer Mitgliedschaft in einer Solidarischen Landwirtschaft („Solawi“)?3

  4. Du hast kein Desinfektionsmittel mehr abbekommen? Kein Problem, mach es einfach selber! Die Zutaten für das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Rezept gibt es in fast allen Drogerien und Apotheken.4

  5. Auch wenn die Fastenzeit Ende nächster Woche vorbei ist, lassen sich die Empfehlungen für das #Plastikfasten für die weitere Zuhausebleibzeit übernehmen, etwa die Tipps für das Selbermachen von Körperpflegeprodukten und Putzmitteln.5

Haben wir etwas vergessen? Welche Tipps würdet ihr beisteuern? Schreibt es uns auf Facebook!6

1 https://zerowastemap.org/de/

2 https://original-unverpackt.de/supermarkt/

3 https://www.solidarische-landwirtschaft.org/solawis-finden/karte/#/

4 https://www.smarticular.net/desinfektionsmittel-selber-machen-who-rezept

5 https://www.bund.net/themen/chemie/achtung-plastik/plastikfasten/