Zero Waste Blog: Plastik und Essen: keine gute Kombination

Kaum eine andere Nachricht aus dem Umweltsektor hat in den letzten Wochen so viel Aufsehen erregt wie diese: Österreichische Forscher*innen haben erstmals Mikroplastikpartikel in Stuhlproben gefunden. Ob es wohl mit dem unappetitlichen Forschungsgegenstand zu tun hat, dass dieser Befund erst jetzt kommt? Überraschend ist er nicht, schließlich ist schon seit Jahren bekannt, dass haufenweise Plastikpartikel mit einem Durchmesser von (meist deutlich) weniger als fünf Millimeter in Luft, Wasser und Boden freigesetzt wurden und werden. Seit die Menschheit Kunststoff im großen Stil herstellt, wurden schätzungsweise 8,3 Milliarden Tonnen Plastik produziert.[1] Ganz schön viel für gerade einmal sieben Jahrzehnte. Von diesen 8,3 Milliarden Tonnen wurden 9 Prozent recycelt, 12 Prozent verbrannt – und 79 Prozent in Deponien oder in der Umwelt „entsorgt.“

Nichts Genaues weiß man nicht

Auf welchem Weg das Mikroplastik in den menschlichen Körper gelangt, konnte besagte Studie der Medizinischen Universität Wien nicht klären. Den Wissenschaftler*innen zufolge konsumierten alle acht Probanden aus sieben europäischen Ländern und Japan in Plastik eingepackte Lebensmittel, tranken aus PET-Flaschen, einige aßen Fisch und Meeresfrüchte.[2] Rätselraten auch über die gesundheitlichen Konsequenzen des Plastiks im Stuhl. Ist es unproblematisch, weil es wieder ausgeschieden wird? Davon geht das Bundesumweltministerium aus, sieht aber weiteren Forschungsbedarf.[3] Aber werden auch kleinste Teile wieder ausgeschieden? Und was, wenn die Partikel in Flüssen oder im Meer Schadstoffe aufgenommen und an sich gebunden haben?[4]

Was tun?

Weniger Fisch als mögliche Aufnahmequelle von Mikroplastik[5] zu essen, ist eine Sache (Und angesichts der Überfischung der Weltmeere sowieso eine gute). Eine andere aber ist es, weniger Mikroplastik in die Umwelt gelangen zu lassen. Quasi für den Abfluss werden immer noch Kunststoffpartikel eigens für Kosmetikartikel hergestellt (primäres Mikroplastik). Der BUND erneuert regelmäßig eine Liste von Kosmetika, die diese bedenklichen Teile enthalten.[6] Und um das sekundäre Mikroplastik zu reduzieren, das durch Abrieb oder Zerkleinerung von größeren Plastikstücken entsteht, muss der Plastikabfall weniger werden.

Plastikarm kaufen und verkaufen

71 Prozent der Bundesbürger*innen gefällt die Idee, verpackungslos einzukaufen, 8 Prozent haben schon einmal einen Unverpackt-Laden besucht.[7] Wenn diese Zahlen stimmen, dann liegt hier ein gewaltiges Potenzial für die Plastikmüllvermeidung: Gründet Läden für unverpackte Waren! Wertvolle Tipps für eine solche Unternehmung geben die Gründer*innen des Kreuzberger Ladens Original Unverpackt in einem Online-Kurs.[8] Einen Überblick über Unverpackt-Läden und andere Geschäfte mit verpackungsfreien Angeboten zeigt diese Karte.[9]