Zero Waste Blog: Am Transport soll Zero Waste nicht scheitern

Lastenfahrräder machen das Schenken, Leihen und Gebraucht(ver-)kaufen zu einer sauberen Sache. Und das Beste ist: Man muss sie gar nicht selbst besitzen.[SP1] 

Alles, was dazu führt, dass Dinge länger genutzt werden, verringert die Abfallberge. Doch allzu oft droht die sinnvolle Weiternutzung an einem banalen Problem zu scheitern: dem Transport. Egal, ob wir Bücherkisten auf dem Flohmarkt verkaufen, ein gebrauchtes Kinderbett zum symbolischen Preis erstehen (Bedingung: Selbstabholung) oder die geerbte Kommode restaurieren lassen wollen – das Zeug passt einfach nicht in die Öffis. Aber deshalb die gute Ökobilanz der Aktion durch eine Autofahrt ruinieren? Für viele Bewohner*innen der Berliner Innenstadtkieze stellt sich diese Frage ohnehin nicht, weil sie keine Verbrennungsmotor- Blechkiste haben (siehe dazu eine interessante Karte zur räumlichen Verteilung des Autobesitzes in Berlin[1]). Also ab damit aufs Rad!

Zweites Leben dank Zweirädern

Während die maximale Nutzlast von Fahrradanhänger meist bei 40, 45 oder 60 Kilo (oder bei Modellen mit eigenen Bremsen 80) liegt, schaffen Lastenräder in der Regel 80 bis 100 Kilo, einige Gefährte aus der Logistikbranche sogar mehr als 300 Kilo. Es lässt sich also so einiges mit Pedalkraft durch die Stadt bewegen. Allerdings haben die Lastenfahrräder ihren Preis. Wie Cargobike-Experte Arne Behrensen in der BUNDzeit[2] vorrechnet, muss man für ein vollausgestattetes neues Lastenrad schon mit 2500 Euro kalkulieren; ein zusätzlicher Elektromotor kostet weitere 1000 Euro.

Das eigene Lastenfahrrad lohnt sich nicht immer

Zwar können sich 7 Prozent der Bundesbürger*innen vorstellen, ein Lastenfahrrad zu kaufen,[3] doch für viele Menschen wird sich diese Investition nicht wirklich lohnen (Falls doch: Das Land Berlin wird auch 2019 wieder die Anschaffung von Lastenfahrrädern finanziell unterstützen.[4] Und Unternehmen können eine Bundesförderung für Schwerlastenfahrräder bekommen.[5]) Aber zum Glück gibt es in Berlin fLotte[6] – das stetig wachsende Ausleihsystem für Lastenfahrräder. Die Räder stehen an festen Standorten, wo sie nach der Registrierung ausgeliehen werden können. Und zwar kostenfrei! Tipp für unsere Leser*innen außerhalb Berlins: Werft doch mal einen Blick auf die Lastenfahrrad-Verleih-Initiativen auf cargobike.jetzt![7]

Second-Sammlung mit Lastenrad in Neukölln

Wer mal erleben möchte, wie überraschend viel ein Lastenfahrrad packt, sollte vom 8. bis 10. November in Nord-Neukölln die Augen aufhalten. Dort holen Lastenräder gute Gebrauchtwaren ab, die während der ersten drei Adventwochenenden im temporären Gebrauchtwarenkaufhaus[8] verkauft werden. Die Erlöse fließen in Berliner Zero-Waste-Projekte. Wer etwas dazu beitragen möchte: Hier geht es zu den Kiezsammeltagen mit Lastenfahrrädern.[9]



Foto: Lars Zimmermann (www.larszimmermann.de), Creative Commons Attribution-ShareAlike 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/legalcode). Dieses Bild darf verbreitet werden, wenn Urheber und Lizenz genannt bzw. verlinkt werden![SP2]