Zero Waste Blog: Erde ist aus

Erde ist aus

2019 ist der 3. Mai der deutsche Erdüberlastungstag. Wenn alle Menschen so konsumierten und die Umwelt verschmutzten wie wir in Deutschland, wären die innerhalb eines Jahres regenerierbaren Ressourcen und verkraftbaren Emissionen an diesem Datum aufgebraucht beziehungsweise ausgestoßen. Ökologisch gesehen leben wir ab jetzt also auf Pump und auf Kosten von drei Viertel der Weltbevölkerung, die weniger beanspruchen.

Um unseren in Deutschland üblichen Lebensstil beizubehalten und gleichzeitig die natürlichen Ressourcen nicht zu übernutzen, bräuchten wir drei Erden. Da es die bekanntlich nicht gibt, haben wir unser Kontingent rechnerisch schon nach den ersten vier Monaten des Jahres aufgebraucht. Im letzten Jahr fiel der deutsche Erdüberlastungstag auf den 2. Mai.[1] Dass es nun wieder einen Tag später geworden ist, hat aber nicht mit einem Trend zu mehr Nachhaltigkeit zu tun, sondern schlicht mit dem milden Winter, der für etwas weniger CO2-Ausstoß beim Heizen gesorgt hat.

Der Ausstoß von Treibhausgasen stellt mit 64 Prozent den größten Teil des Deutschland zuzurechnenden Fußabdrucks dar.[2] Weitere Faktoren sind die Flächenversiegelung und der Bedarf an Ackerland, Wald, Weideflächen und Fischgründen. Wie groß der ökologische Fußabdruck eines Landes ist, ergibt sich aus der Fläche, die erforderlich ist, um die verbrauchten natürlichen Rohstoffe nachwachsen zu lassen und die produzierten Abfälle und Emissionen aufzunehmen. Als Maßeinheit für die Erdbeanspruchung hat sich der Globale Hektar (Gha) etabliert.[3] In Deutschland beträgt der der ökologische Fußabdruck pro Person 5,0 Gha, damit liegt die Bundesrepublik auf Rang 36 von 183 Staaten. Den größten Abdruck hinterlassen die Einwohner*innen von Katar mit 14,2 Gha, gefolgt von denen aus Luxemburg (12,7 Gha), den Vereinigten Arabischen Emiraten (10,2 Gha), Bahrain (9,0 Gha) und den USA (8,3 Gha). Am geringsten fällt der Fußabdruck pro Person in Afghanistan (0,8 Gha), Haiti (0,7 Gha), Burundi (0,7 Gha), Ost-Timor (0,6 Gha) und Eritrea (0,5) aus.[4]

Ermittelt hat den Erdüberlastungstag das Global Footprint Network (GFN).[5] Die kalifornische Denkfabrik berechnet seit 2003 auf Basis von Zahlen der Vereinten Nationen ökologische Fußabdrücke auf Ebene der Nationalstaaten. Pro Jahr und Land gehen rund 15.000 Einzeldaten in die Berechnung ein. Auf Grundlage dieser Zahlen errechnet das GFN nicht nur die auf die Nationalstaaten bezogenen Erdüberlastungstage,[6] sondern auch den globalen Earth Overshoot Day. Seit 1970 hat sich dieses Datum vom 29. Dezember immer weiter nach vorne verlagert. 2018 war Earth Over am 1. August.[7]

Wann wird dieses Jahr Earth Overshoot Day sein? GFN lädt zum Guess-the-date-Contest. Noch bis zum 22. Mai können Tipps abgegeben werden.[8] Und während wir auf die Verkündung des Datums warten (am 5. Juni wollen sich die Forscher*innen vom GFN dazu äußern), können wir uns die Zeit damit vertreiben, unsere persönlichen Lösungen zu suche und zu diskutieren. Wie lässt sich das Datum wieder weiter in Richtung Jahresende verschieben? Das passende Hashtag dazu lautet #movethedate.